
Der Londoner Künstler Gustav Metzger wurde 1926 als Sohn orthodoxer Juden in Nürnberg geboren. Nachdem die Familie bis auf seinen älteren Bruder Max nach Polen deportiert worden war, konnten die Brüder mithilfe des »Refugee Children Movement« nach England fliehen und überlebten so das Naziregime. Metzger studierte später Kunst an der Cambridge School of Art in London und zählt seit den späten 50er und 60er Jahren zu den wichtigsten Vertretern der Aktionskunst. Sein künstlerisches Werk ist eng verbunden mit den Begriffen der Autodestruktiven und Autokreativen Kunst, zu denen er zwischen 1959 und 1964 fünf Manifeste veröffentlicht. Als Reaktion auf die nukleare Bedrohung, fortschreitende Umweltzerstörung, Auswirkungen menschlicher Einflussnahme auf die Natur sowie die Entwicklung der Kunst hin zur bloßen Ware greift die Autodestruktive Kunst das vorgefundene destruktive Potential auf, um es in Kreativität umzuwandeln. Einer Ästhetik des Ephemeren verpflichtet, beinhaltet sie eine radikale Absage an Kunst als Objekt.
Der Einfluss von Metzgers Autodestruktiven Konzepten reicht bis an die Wurzeln der Popkultur. Pete Townshend, Gitarrist der Rockband »The Who«, praktizierte seine legendär gewordenen Gitarrenzertrümmerungen auf der Bühne in direktem Bezug zu Metzger.
Als Initiator des internationalen
1974 verzichtet Gustav Metzger auf einen eigenen Beitrag zur Ausstellung
In gleichem Maße wie bei seiner künstlerischen Arbeit engagiert sich Gustav Metzger in theoretischen Vorträgen, Symposien und politischen Foren. Die Konsequenz seiner künstlerischen Haltung und seine Kompromisslosigkeit gegenüber den Mechanismen des Kunstbetriebes ist auch der Grund für die Außenseiterposition, die Gustav Metzger bis heute einnimmt und verteidigt.